The European Law Students' Association
Die Europäische Jus-Studenten-Vereinigung - so die deutsche korrekte Übersetzung - hat mich während meines ganzen Studiums begleitet - oder vielleicht wäre der richtige Ausdruck, daß "ich die Vereinigung begleitet habe".
ELSA bietet mit Standorten in 40 Mitgliedsländern an jeder juridischen Fakultät ein weit gespanntes Netzwerk von Studenten der Rechtswissenschaften. Aufgrund der dezentralen Hierarchie kann die Mitgliederzahl nur geschätzt werden - europaweit werden ca. 26.000 Mitglieder angegeben.
Die Aufgabenstellungen von ELSA sind vielfältig - zusammengefaßt sind es Programme und Angebote, die im regulären Studienplan einer Universität nicht vorkommen. Seminare, Konferenzen, die sogenannten "Moot Courts" (simulierte Gerichtsverhandlungen) und das Praktikanten-austauschprogramm STEP sind die wichtigsten Kern-Bereiche.
Während meines Studiums an der Universität Innsbruck war ich bei ELSA sehr stark engagiert - ich war 2,5 Jahre lang Präsident der Lokalgruppe Innsbruck und fast ebensolang österreichweit Zuständiger für das STEP-Austausch-Programm.
Die Entwicklung von ELSA in Österreich und vorallem in Innsbruck ist eine hochinteressante Geschichte.
In meiner Anfangszeit war die Organisation in Innsbruck so gut wie kaum vorhanden, es gab kein Büro, keine ordentliche Homepage und auch sonst ließen sich die klaren Dinge eher an einer Hand abzählen. Folglich waren auch die Aktivitäten dünn gesäht.
Mit meinem Amtsantritt als Präsident sollte sich dies langsam, aber beständig ändern.
Es wurden wieder Moot Courts abgehalten - in Strafrecht wurde es erweitert, und ein Zivilrechts-Moot Court wurde erstmals seit Jahren wieder abgehalten. Dabei war die Devise recht bald: Nicht kleckern. Insgesamt wurden 6 Teams aufgestellt, die drei Fälle vor einem prominent besetzten Richtersenat streitig verhandelten.
Dabei wurde jedes Team von einer "eigenen" Innsbrucker Rechtsanwaltskanzlei professionell betreut.
Es gab internationale Konferenzen in Innbruck, etwa das europaweite Koordinationstreffen aller STEP-Officers.
Viele Belange der Verwaltung wurden auf Vordermann gebracht und das Austauschprogramm (STEP) revitalisiert.
Bei meinem "Abgang" im Sommer 2005 war ELSA Innsbruck schlußendlich die mit Abstand größte Gruppe Österreichs und auch im internationalen Ranking gut vertreten. Es gab wieder ein eigenes Büro, große, hochqualitative Veranstaltungen und eine perfekt laufende Marketing-Maschinerie.
Auch auf nationaler Ebene - also ELSA Österreich - legte ich aufgrund des bevorstehenden Endes meines Studiums alle Positionen im Sommer endgültig zurück.
Heute werde ich in erster Linie von ELSA International in Brüssel zu diversen technischen Belangen öfters um Rat gebeten, außerdem biete ich im Bereich Vereinsleitung/Management, Recruiting, Sponsoring und STEP Trainings auf englisch und deutsch an.
